Automatisierung

n8n, Make oder eigene Software? So entscheiden wir

Für dieselbe Automatisierung gibt es drei Wege. Welcher passt, hängt weniger von der Technik ab als von Datenmenge, Datenschutz und davon, wer es später pflegt.

Sebastian Drawert2 Min. Lesezeit
Workflow mit Verzweigungen für die Lead-Verarbeitung

Fast jede Automatisierungsfrage hat drei mögliche Antworten: ein fertiges Integrationswerkzeug wie Make, ein selbst betreibbares wie n8n oder eigene Software. Wir setzen alle drei ein. Hier ist, wie wir entscheiden.

Make: schnell und bequem

Make ist ein Cloud-Dienst mit einer sehr zugänglichen Oberfläche und vielen fertigen Bausteinen.

Passt gut, wenn

  • der Ablauf überschaubar ist,
  • die Zahl der Ausführungen im Rahmen bleibt,
  • niemand einen Server betreuen möchte.

Weniger gut, wenn sehr viele Ausführungen anfallen (die Kosten wachsen mit) oder sensible Daten das eigene Haus nicht verlassen sollen.

n8n: flexibel und selbst betreibbar

n8n bietet ähnliche Bausteine, lässt sich aber auch auf einem eigenen Server betreiben. Eigener Code ist direkt im Workflow möglich.

Passt gut, wenn

  • viele Ausführungen anfallen,
  • Daten auf eigener Infrastruktur bleiben sollen,
  • Abläufe eigene Logik brauchen, die über Standardbausteine hinausgeht.

Weniger gut, wenn niemand den Betrieb übernehmen kann – ein selbst betriebener Server will gepflegt werden.

Eigene Software: wenn der Workflow zum Produkt wird

Irgendwann stößt jeder Workflow an Grenzen: zu viele Verzweigungen, zu viele Sonderfälle, zu viele Nutzer mit unterschiedlichen Rechten. Dann ist eigene Software die bessere Wahl.

Bei uns ist das mehrfach passiert. Der LogBuster begann als Auswertung von Plenty-Logs und ist heute ein eigenes SaaS mit Abos, Mandanten und KI-Analyse. Die Airbnb-Lead-Generierung wurde zur eigenen Plattform, weil die Pipeline über einen einfachen Workflow hinauswuchs.

Unsere Faustregeln

  • Wenige Ausführungen, schneller Start gewünscht?: Make
  • Viele Ausführungen oder Daten sollen im Haus bleiben?: n8n, selbst betrieben
  • Mehrere Nutzer, Rollen, eigene Oberfläche nötig?: eigene Software
  • Der Ablauf soll selbst verkauft werden?: eigene Software
  • Unklar, ob es sich lohnt?: klein anfangen, meist mit n8n oder Make

Das Wichtigste zum Schluss: Das Werkzeug ist selten der Grund, warum eine Automatisierung scheitert. Viel häufiger ist es ein Ablauf, den niemand vorher sauber aufgeschrieben hat – oder ein Fehler, den niemand bemerkt, weil keiner benachrichtigt wird.

Häufige Fragen

Ist n8n kostenlos?

n8n lässt sich unter einer eigenen Lizenz („Sustainable Use License“) selbst betreiben, für die interne Nutzung ohne Lizenzgebühr. Für bestimmte kommerzielle Nutzungen und für die Cloud-Version fallen Kosten an. Die Kosten für Server und Betrieb kommen immer hinzu.

Kann man von Make zu n8n wechseln?

Ja, aber nicht automatisch: Die Workflows müssen neu aufgebaut werden. Bei sauber dokumentierten Abläufen ist das meist überschaubar.

Sebastian Drawert
Sebastian Drawert · Denker & Stratege

Über 20 Jahre Marketing und E-Commerce: Sony Europe (Club Vaio, Sony Style), Product Marketing für LUMIX bei Panasonic, General Manager Marketing bei Teufel/Raumfeld, Mitgründer von CUMO und DealBird. Seit 2024 baut er mit TeamMaid KI-Lösungen für den Mittelstand – von der Strategie bis zu eigenen Produkten wie LogBuster und Omnibooker.

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